cavaleraconspiracy psychosisMit „Pandemonium“ (2014) rissen mich CAVALERA CONSPIRACY seinerzeit nicht gerade zu Begeisterungsstürmen hin. Ehrlich gesagt fand ich die Scheibe damals ziemlich enttäuschend. Dies lag nicht nur am ziemlich suboptimalen Klang, welcher von Max und Iggor Cavalera jedoch genauso gewollt war, sondern auch am Songwriting. Im Nachhinein blieben mir dann mit „Babylonian Pandemonium", „Not Losing The Edge" und dem vom damaligen Bassisten Nate Newton gesungenen „The Crucible" nur 3 Songs überhaupt im Gedächtnis. Die damalige Intention der Band, ein möglichst raues und ungeschliffenes Album aufzunehmen, kann ich zwar stellenweise nachvollziehen, doch das Ergebnis war einfach erschreckend schwach.

dieapokalyptischenreiter derrotereiterDIE APOKALYPTISCHEN REITER sind zurück, obwohl sie nie wirklich weg waren. Zwar haben sie vor einigen Jahren eine Pause auf unbestimmte Zeit angekündigt, jedoch konnten die REITER doch nicht so lange stillhalten. Denn die Pause begann erst Ende 2015, schon 2016 trat man vereinzelt wieder auf Festivals auf und 2017 scharrte die Band dann schon wieder mit den Hufen und veröffentlicht nun ihr neues Album. Und das gerade mal 3 Jahre nach dem letzten – andere Bands wären froh, wenn sie diese Schlagzahl einhalten könnten.

Tyketto Live from MilanBei der vorliegenden Veröffentlichung handelt es sich um ein Package aus CD und DVD, aufgenommen in Mailand auf dem Festival des Labels Frontiers. TYKETTO, die (mit langer Unterbrechung) seit 25 Jahren im Biz sind spielen hier ihr Debütalbum „Don`t Come Easy“ aus dem Jahre 1991, in umgekehrter Reihenfolge. Auf der CD finden sich zusätzlich „Rescue Me“ („Strength in Numbers“, 1994) und „Reach“ („Reach“, 2016). Als Bonus bietet die DVD zusätzlich dazu noch „Dig In Deep“ (Dig In Deep, 2012).

The Casting Out Cover

Throwback into 2007 - BOYSETSFIRE haben sich gerade aufgelöst und Nathan Gray nimmt sich vor ein Solo-Album aufzunehmen. Fast 10 Jahre später und zeitgleich mit dem Re-Release der ersten, selbstbetitelten EP von THE CASTING OUT, hat er nun auch das geschafft. Mehr dazu findet ihr hier.

Dollhazard Transatlantic MeltdownWenn wir uns die Entwicklungen in der Rockszene im Speziellen und der Musikindustrie im Allgemeinen anschauen, dann gibt es zweifelsohne viel zu beklagen, Kommerzialisierung, Digitalisierung, Authenzitätsverluste (tatsächliche und auf Mythen beruhende) wären drei Stichworte, die mir auf Anhieb einfallen. Allerdings bieten die neuen technischen Entwicklungen auch Möglichkeiten, die noch vor wenigen Jahren als „nette Idee, aber unrealisierbar“ gegolten hätten. Zum Beispiel, dass zwei Menschen an völlig unterschiedlichen Orten auf diesem Planeten Erde sitzen - 7200 Kilometer um genau zu sein - und gemeinsam ein Album aufnehmen. Ein solches Ergebnis liegt mit „Transatlantic Meltdown“ aktuell in unseren Händen. UND WAS FÜR EINS.

Counterfeit Together we are stronger

Jamie Campbell Bower ist den meisten wohl als Schauspieler aus Sweeney Todd, Harry Potter, Twilight oder The Mortal Instruments bekannt. Doch wenn die Mutter Musikmanagerin ist und der Vater bei Gibson Guitar arbeitet, liegt einem auch die Musik im Blut. So gründet Jamie (Gitarre / Vocals) zusammen mit seinem Bruder Sam (Gitarre / Vocals), Tristan Marmont (Gitarre / Vocals), Roland Johnson (Bass / Vocals) und Jimmy Craig (Drums) 2015 die Band Counterfeit.

Hooded Priest The Hour Be None 200x200Freunde des gepflegten langsamen Todes sollten hellhörig werden, wenn HOODED PRIEST ein neues Album am Start haben. „The Hour Be None“ heißt das gute Stück und beinhaltet sechs absolute Doom-Schwergewichte, die es echt in sich haben.

danielcavanagh monochromeWenngleich mir das immer noch aktuelle ANATHEMA Album „The Optimist“ gut gefällt, siehe auch meine ausführliche Albumkritik dazu, kann ich voll und ganz verstehen, wenn sich Fans der Band und der Musik der Cavanagh Brüder nicht mehr ganz so wohl fühlen mit der Entwicklung ihrer Band, bei der Sounds und Stimmungen wichtiger zu werden scheinen als konsequent und zielgerichtet vorgetragene Songs.

boy acousticcollectionPrinzipiell bin ich überhaupt kein Anhänger davon, wenn Musik nur rein digital vertrieben wird. Erstens leidet darunter die Soundqualität der Musik, zweitens geht dabei ein Stück weit die emotionale Komponente verloren und drittens will ich als Musikliebhaber auch einfach etwas Greifbares kaufen können. Im Falle dieser „Acoustic Collection“ von BOY kann ich zumindest verstehen, dass sie nur digital erhältlich ist, wenngleich das hoffentlich früher oder später einmal anders sein wird. Eine limitierte Vinylpressung hätte zum Beispiel Charme.

Jesper BInzer Dying Is EasyDa die nächste D.A.D.-Platte noch auf sich warten lässt, bewegt sich JESPER BINZER auf Solopfaden. Mit „Dying Is Easy“ veröffentlich der D.A.D.-Frontmann das erste Soloalbum seiner Karriere und bietet damit nicht nur D.A.D.-Fans etwas.

rose tattoo live brunswick 10854Wann ist ein Live-Album richtig gut? Meiner Meinung nach immer dann, wenn es ein Gefühl für das Konzert vermittelt, und genau das trifft für die nun erscheinende Archiv-Aufnahme der Australier ROSE TATTOO zu.

Cover STORMHOLD Salvation 200x200Power Metal ist so eine Sache. Das Genre an sich ist relativ schwierig, denn seit in den Neunzigern eine wahre Flut von Bands über den Markt hereingebrochen ist, von denen sich nur wenige dauerhaft etablieren konnten und der Rest irgendwann wieder in der Versenkung verschwunden ist, stehe ich der Richtung generell skeptisch gegenüber. Nur selten kann sich mal eine Band absolut originell vom Rest der Masse abheben. Der schwedische Fünfer STORMHOLD, der sich mit gemeinsamen Touren mit GRAVE DIGGER oder HAMMERFALL bereits Sporen verdient hat, versucht nun eben genau dies mit dem neuen Album „Salvation“, das am 08. Dezember 2017 veröffentlicht wird. Also habe ich die Scheibe mal unter die Lupe genommen.

casket unearthedDiese CASKET kommen aus Reutlingen und können mit „Unearthed“ bereits ihr viertes Album vorlegen. Es gibt ja mehrere Truppen, die den Namen CASKET für sich auserkoren haben. Die Jungs hier stehen für puren Death Metal der Old-School-Schiene. Irgendwo zwischen alten DEATH, UNLEASHED oder BENEDICTION wird hier ordentlich losgepoltert.

ladybeast viciousbreedVon der amerikanischen Ostküste, genauer gesagt aus Pittsburgh, weht ein frischer Wind heran in Form des dritten Longplayers von LADY BEAST. Trotz altschulischer Ausrichtung gelingt es der Truppe um Fronfrau Deborah Levine keineswegs in irgendeiner Form altbacken zu klingen. Fußend auf einer NWOBHM-Grundierung ist eine ordentliche Thrash/Speed-Legierung auszumachen. Vor allem Sachen wie METALLICA „Kill Em All“, ANTHRAX "Fistful Of Metal" oder OVERKILL „Feel The Fire“, aber auch IRON MAIDEN „Killers“ schimmern durch.

desecrator tothegallowsAuf 9 Songs knüppeln sich die Aussie-Thrasher DESECRATOR durch ihren ersten Longplayer. Das machen sie durchaus kompetent, man hört natürlich ihre Vorbilder EXODUS, TESTAMENT, SACRED REICH oder DEATH ANGEL heraus, aber das ist bei allen „neuen“ Thrash Bands so. Man ist nicht nur im hohen Tempo unterwegs, sondern legt auch Wert auf Riffs, Melodien und coole Breaks. Selbst vor einer Halbballade schreckt man nicht zurück.

ironchic youcantstandhereGanze vier Jahre mussten die Fans auf ein neues Album der New Yorker IRON CHIC warten. Dies ist leider auch der Tatsache geschuldet, dass mit Gitarrist Rob McAllister im Frühjahr 2016 ein Bandmitglied verstarb. Dieser Verlust hatte einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Texte der Songs auf der bereits am 13.10. erschienenen neuen Scheibe „You Can’t Stay Here“.

thefright cantovWas liegt für eine Dark Rock Band näher, als ihr neues Album am Freitag den Dreizehnten zu veröffentlichen? Das müssen sich auch THE FRIGHT gedacht haben, die ihr neues Album „Canto V“ just am 13.10. auf den Markt brachten. Beim fünften Werk der Band aus dem thüringischen Hermsdorf handelt es sich um ein Konzeptalbum, bei dem man sich von der bereits 1321 veröffentlichten Divina Commedia („Göttliche Komödie“) des italienischen Dichters Dante Alighieri inspirieren ließ. Dessen bekanntestes Werk beeinflusste bereits das Wirken solch unterschiedlicher Gruppen wie MINAS MORGUL, SEPULTURA oder auch ICED EARTH.

cannibalcorpse redbeforeblackAls sich der Death Metal zu Anfang der Neunziger Jahre aus den Sümpfen Floridas erhob und die erste Welle von Bands über den Großen Teich zu uns schwappte, war ich sofort infiziert. Infolgedessen liefen die Debütalben von Bands wie MORBID ANGEL, OBITUARY und DEICIDE bei mir rauf und runter. Doch eine Gruppe hinterließ bei mir einen besonderen Eindruck. Nämlich die ursprünglich aus Buffalo stammenden CANNIBAL CORPSE. Besonders das Debüt „Eaten Back To Life“ war damals an Brutalität und Intensität kaum zu überbieten.

savagemessiah handsoffateDie Floskel „All killers, no fillers“ ist wohl so alt wie der Rock and Roll selbst, und meiner Meinung stark überstrapaziert. Noch dazu trifft sie in der Realität bei den wenigsten Alben tatsächlich zu. Ausnahmen bestätigen jedoch auch hier, wie in vielen Fällen, die Regel. Doch dazu gleich. Die bereits 2007 gegründeten Briten SAVAGE MESSIAH haben in den 10 Jahren ihres Bestehens, zählt man das am 27.10, erschienene „Hands Of Fate“ dazu, bisher vier Alben veröffentlicht. Diese waren allesamt alles andere als schlecht, der große Durchbruch blieb aber bis zum heutigen Tag aus. Mit dem aktuellen Album könnte sich das jetzt endgültig ändern.

robinbeck loveiscomingOne-Hit-Wonder gab es in der Musikgeschichte mehr als genug, entweder geschah dies durch Zufall oder weil man auf den schnellen Erfolg schielte. Es gab One-Hit-Wonder, von denen man danach nie mehr was hörte wie WHIGFIELD, es gab One-Hit-Wonder, die nur noch mit Skandalen auf sich aufmerksam machten wie Boy George, es gab One-Hit-Wonder, die künstlerisch relevant blieben wie MARILLION, es gab One-Hit-Wonder, die such später neu erfanden wie EUROPE, es gab One-Hit-Wonder, die weiter Alben veröffentlichen, von denen niemand etwas mitbekommt wie BECK. Mit dem selben Namen ist auch die Kanadierin ROBIN BECK ausgestattet, deren Coca-Cola-Werbejingle 1988 so erfolgreich war, dass er als Single veröffentlicht wurde und weltweit die Charts anführte. Sie teilt auch das selbe Schicksal, dass ihre Platten der letzten 25 Jahre untergingen, wie zuletzt „Underneath“. Doch zusammen mit Ehemann und HOUSE OF LORDS-Boss James Christian macht man unentwegt weiter und hofft mit „Love Is Coming“ auf bessere Zeiten.


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