lodykong dreamsandvisions200pxZyon und Igor Cavalera, die Söhne von Sepultura- und Soulfly-Gründer Max Cavalera, machten schon 2012 mit LODY KONG und ihrer Debüt EP „No Rules“ das erste Mal von sich reden.
Ich kann mich noch erinnern, als Papa Max 1994 am Ende der Show beim Monsters Of Rock in Donington den kleinen Zyon stolz in die Höhe reckte. Die Buben sind also von Anfang an mit der härtesten Form von Rockmusik aufgewachsen. Zyons Herztöne bilden sogar das Intro zu SEPULTURAs Album „Chaos A.D.“. Daher wundert man sich nicht, dass ähnliche Klänge aus den Lautsprechern quellen, wenn Max' Söhne mit ihren beiden Mitstreitern, John Bauer an der zweiten Gitarre und Shanks am Bass, ihre Vision von Metal zelebrieren.

Gerade der erste Titel des Albums „Dreams And Visions“ namens „Chillin' Killin" hat gleich ein PANTERA-ähnliches Riff zum Ende hin parat, jedoch sind LODY KONG eher im Post-Hardcore als im Metal unterwegs.
Streckenweise wähne ich mich beim Hören eines FUDGE TUNNEL Albums, da Igors monotones Gekrächze ähnlich dünn wirkt wie das von Alex Newport. Ich verlange ja um Himmels Willen nicht, dass man ähnliches durchmachen muss wie Papa Max, aber etwas gehaltvoller könnte der Gesang schon sein.
Die Verwandtschaft der Musik zu SOULFLY, DEFTONES und sogar NAILBOMB kann man nicht von der Hand weisen. Ohne dieses Wissen im Hinterkopf würde mir der Titelsong „Dreams And Visions“ noch eher zusagen. „Kreative Center“ walzt alles platt, ebenso „Pig In The Pen“. Die weiteren Songs machen durch interessante Parts auf sich aufmerksam, bleiben jedoch immer hinter ihren Möglichkeiten zurück. Alles ist letztendlich einfach nur laut und bis zur Unkenntlichkeit verzerrt. Ich vermute, dass das Album ein Opfer des Loudness-Wahns geworden ist und deshalb mit längerer Spieldauer meine Nerven strapaziert. Leider klingt es auch höhenarm bzw muffig. Vom Schlagzeug sind fast keine Beckenschläge auszumachen, da der Soundbrei aus Gitarre und verzerrtem Bass alles überdeckt.
Mit etwas gutem Willen könnte man „Dreams And Visions“ als härtere Variante von NIRVANAs „Bleach“ bezeichnen. Überwiegend versuchen LODY KONG jedoch einfach „hart und härter“ zu sein. Sie verlieren oft den Groove, sodass das Album steril und oberflächlich wirkt. Wirkliche Verzweiflung, Hunger nach Leben und Anerkennung, Aufbegehren gegen Unrecht und Verwahrlosung sucht man hier oft vergeblich. Dafür sind die Jungs einfach zu behütet aufgewachsen. Ganz habe ich die Hoffnung nicht verloren, denn dem Album täte es gut zu Gesicht stehen, wenn man die Liveenergie der vier Heißsporne aus Phoenix einfach eingetütet hätte. Aber was nicht ist, kann ja noch werden! (Andreas)


Bewertung:

Andreas6,0 6 / 10


Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 32:31 min
Label: Mascot Label Group
Veröffentlichungstermin: 25.03.2016

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