TheHaunted StrengthInNUmbersGöteborg 2017, das Wetter ist wie immer bescheiden, die Besetzung hält. THE HAUNTED hauen drei Jahre nach „Exit Wounds“ die nächste Scheibe in der „Reborn“-Phase raus, und das nicht minder schlecht als der Vorgänger. Was ein konstantes Line-Up alles ausmachen kann.

„Strength In Numbers“ ist zwar das neunte Studioalbum der Schweden, aber dennoch ist es in dieser Besetzungsära quasi erst das zweite Werk. Dennoch trägt es die Erfahrung und Routine der Musiker und klingt nach wie vor 100% nach THE HAUNTED, was nicht alle Alben in der Vergangenheit schafften.
Laut eigener Aussage ist Gitarrist Ola Englund nun um einiges mehr in das Songwriting eingebunden, und das ist meines Erachtens ein zentraler Punkt dieses neuen Werks. Wer Ola nicht kennt, sollte mal in seinen YouTube-Kanal schauen, dort findet man massenweise interessante und vor allem unterhaltsame Clips des Ausnahmegitarristen. Der bekennende Ultra-Dimebag-Fan lässt die Gelegenheit nicht aus, auf „Strength In Numbers“ dem verstorbenen Idol Tribut zu zollen, und das auch hörbar klar und deutlich. Auch wenn die Veredelung von Meister Russ Russell vollzogen wurde, so entstanden doch die Gitarren- und Bassspuren in Englunds eigenem Studio, und der Sound kann sich definitiv hören lassen. Vor allem die Tieftönerarbeit von Jonas Björler sticht Album Nummer neun sehr angenehm hervor.

Gerade Olas Gitarrenspiel scheint hier mehr als deutlich durch und setzt „Strength In Numbers“ seinen Stempel auf. Nicht zu Unrecht wurde das Album schon im Vorfeld als das mit einer der besten Gitarrenarbeiten honoriert, deshalb gibt es wohl auch die extra Guitar Deluxe Version in einer extra Vinylausgabe mit Tabulaturen und 3 Plektren.
Trotz aller beeindruckenden Leistung ist auch der ein oder andere Wermutstropfen zu finden. Bei aller Liebe zu PANTERA klingt es stellenweise schon sehr stark angelehnt an die Helden, gerade „This Is The End“ erinnert in der Strophe durch die Squeaks und Riffs schnell an Hits wie „Drag The Waters“, stellt sich allerdings im Abgang leider eher als Rohrkrepierer heraus.

Solche Lückenbüßer sind auf dem Album allerdings Mangelware, so dass man sagen kann, dass THE HAUNTED auch 2017 immer noch wissen, wie ein gutes Album geschrieben wird. Mit Auflockerungen durch Akustikelemente sowie verspielte Melodien werden einem die thrashigen Abrissbirnen und Midtempostampfer nicht so schnell leid, und so kann auch „Strength In Numbers“ mit Perlen wie „Exit Wounds“ locker mithalten. (Jochen)

 


Bewertung:

Jochen8,5 8,5 / 10


Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 38:07 min
Label: Century Media
Veröffentlichungstermin: 25.08.2017

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